Die Mehrzahl der Familien pflegt Erkrankte zu Hause: Das hat eine Vielzahl an Folgen

Von Andrea Posselt

Gifhorn. Den 70. Geburtstag ihrer Mutter wird Annett Olders nie vergessen. Da leben ihre Eltern mehr al 300 Kilometer entfernt. Die erhoffte schöne Geburtstagsfeier, zu der sie samt Familie anreisten, endete in einem ersten leisen Zweifel. „Da stimmt doch etwas nicht“. Was nicht stimmte „Die Vorbereitung war eine Katastrophe. Der Kühlschrank fast leer.“ Annett Olders schob es auf den Stress.

Als ihr Vater starb, rutschte ihre Mutter in ein Loch. Sie reiste häufiger hin, um nach dem Rechten zu schauen. Das Gefühl, das sie heute als „komisch“ beschreibt, verstärkte sich. Immer mehr funktionierte nicht mehr im Alltag so wie gewohnt. Fast täglich musste sie ihre Mutter mehrfach am Telefon zum Einhalten von Terminen und Essen und Trinken mahnen. Dann ging sie der Sache auf den Grund. Nach einem Klinik-Check stand die Diagnose fest. Die damals 72-jährige leidet an Alzheimer-Demenz „Vermutet hatte ich das schon“ Sie und ihre Familie fällten die Entscheidung, die heute 77-jährige Seniorin zu sich nach Gifhorn zu holen.

Und seitdem steht der Alltag de dreifachen Muter und der kompletten Familie kopf. Die Mutter, Pflegegrad 3, weiß nicht mehr, ob und wann sie gegessen hat. Zähneputzen, anziehen – ganz alltägliche Dinge müssen rund um die Uhr kontrolliert werden. Anstupsen, damit ihre Mutter mal in den Garten geht ist das eine – „aber dann muss ich das auch immer im Blick behalten“, sagt die 44-jährige. Gut, dass sie ihr liebevolles Wesen behalten habe. Da kennt sie ganz andere Fälle, bei denen Erkrankte sogar aggressiv werden.

Mal eben aus dem Haus gehen und die Mutter alleine lassen – geht nicht. Aktivitäten mit der Familie am Wochenende – keine Chance. Annett Olders ist eine Powerfrau, aber da hadert sie mit der Situation. Viel Entlastung und Stütze erhält sie Dank des Seniorendienstes Kümmern uns So in Gifhorn „Aber gerade am Wochenende fehlt allgemein im System Unterstützung“ bemängelt die Gifhornerin. Ein Spagat für die gesamte Familie. Sogar in den Urlaub fahren die Familienmitglieder inzwischen getrennt, um allen Beteiligten gerecht zu werden.

Die Mutter als viertes Kind, das im Gegensatz zu Kindern jedoch alles verlernt statt dazu zu lernen – „der Rollentausch ist komisch, aber man wächst da rein“. Noch ist die Mutter körperlich so aktiv, die krankheitsbedingten Aussetzer gut zu behandeln, sagt sie. „sie kann eben nichts dafür“. Ein Fortschreiten der Alzheimer-Demenz mag sie sich noch nicht ausmahlen. Die Mutter ins Pflegeheim zu geben, das wäre für Annett Olders ein harter Schritt. Bei Kümmern und So lässt sie sich in einer Schulung Tipps für den Umgang mit Dementen geben. Bettina Welminski von Kümmern und So wirft ins Gespräch ein „Man muss aufpassen, dass der Pflegende nicht auch noch krank wird.“

Sie und ihre Kollegin Antje Schmidt verstehen auch den Ärger von Annett Olders über mangelnde Hilfen der Kassen, den Dschungel an Anlaufstellen, um Kosten abzurechnen. Dabei geht es doch um die Generation, die so viel geleistet habe, fehlt ihr Anerkennung.

„Wir sparen in Deutschland am falschen Ende.“ Ihr Appell an alle, weil Demenz künftig häufiger auftreten wird „Jeder sollte sich schon jetzt damit auseinandersetzen.“

„Es wird nicht einmal gesagt: Das ist schön, dass ihr pflegt“, schildert die 44-jährige enttäuscht. Wie gut, dass es da Kümmern und So gibt. Bettina Welminski begleitet Annett Olders und ihre Mutter und bestärkt dabei die 44-jährige „Seien Sie sicher, ihre Mutter ist ihnen sehr dankbar für alles, was sie tun. Ich spüre das.“


Quelle: Aller-Zeitung vom xx.09.2019
Text / Foto: Andrea Posselt


 

Gifhorn: Kümmern und So will Betroffenen und Angehörigen Teilnahme am Alltag ermöglichen

Von Thorsten Behrens

2019 09 AZ StadtspaziergangGifhorn. Ein Spaziergang für Demenz-Erkrankte durch Gifhorn mit Daten zur Stadtgeschichte? „Es geht nicht darum, dass die Teilnehmer etwas lernen, sondern darum, etwas mit ihnen zu unternehmen“, erklären Antje Schmidt und Bettina Welminski vom Seniorendienst Kümmern und So. Der bot jetzt zum vierten Mal einen solchen Stadtspaziergang an – mit Erfolg und als Bestandteil der gerade im Landkreis Gifhorn laufenden Woche der Demenz.

Stadtführerin Marie-Louise Fischer begrüßt die 14 Teilnehmer - vor allem Mitglieder der Betreuungsgruppe des Seniorendienstes – am Mehrgenerationenhaus im Georgshof. Hier befand sich früher ein mittelalterlicher landwirtschaftlicher Betrieb, erzählt sie. Da konnte es den Gifhornern passieren, dass sie plötzlich über den Zaun hinweg ein Pferd ansah. Wann das war? Das Datum spielt für die Teilnehmer keine Rolle, aber das Bild hinter dem Satz verstehen auch die Demenz-Erkrankten. „Ich glaube, dass durch solche Aktionen und Sätze schöne Erinnerungen wieder aufleben“, sagt Bettina Welminski.

Ein paar Fakten gibt es dann aber doch von Stadtführerin Marie Louise Fischer, die das Angebot zusammen mit Marlies Dux begleitet. Gifhorn habe aktuell 42 364 Einwohner, sei 105 Quadratkilometer groß. Und der Name setzt sich aus Gif – für Gabel von Ise und Aller – sowie Horn – für Landzunge zwischen Ise und Aller – zusammen. Diese Daten sind für die Angehörigen der Demenz-Erkrankten gedacht. „Von denen haben wir sehr positive Rückmeldungen. Es gibt sogar Angehörige, die weiter zu den Spaziergängen kommen, wenn die Erkrankten selbst schon verstorben sind2, verrät Antje Schmidt.

Vom Georgshof geht es weiter in den Steinweg in Richtung Marktplatz und am Kavalierhaus entlang zum Schloss. Auf den Schlosswiesen stehen unter einem Baum einige Stühle – die sind für die Teilnehmer des Spazierganges gedacht. Eine kleine Pause im Grünen auf halbem Weg, denn dann geht es zurück in das Mehrgenerationenhaus im Georgshof zum gemeinsamen Mittagessen. Das gemeinsame Essen setzt übrigens immer den Schlusspunkt der jährliche stattfindenden Aktion, die Touren aber haben jedes Mal ein anderes Ziel.

So wurde schon das Kavalierhaus besucht, in der St. Nicolaikirche gab es Orgeltöne zu hören.

„uns sind kurze Wege wichtig, damit auch Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren dabei sein können“, so Antje Schmidt. „dabei sein können“ ist überhaupt das Stichwort zur Aktion. Denn darum geht es, die Demenz-Erkrankten sollen „dabei sein können“, sollen Dinge mitmachen, die andere Menschen auch machen. „Wir wollen es Betroffenen und Angehörigen ermöglichen, dazu zu gehören.“

Diese besonderen Spaziergänge, die von dem Seniorendienst in Kooperation mit dem Landkreis Gifhorn, der Alzheimer-Gesellschaft sowie dem Mehrgenerationenhaus Omnibus im Rahmen der lokalen Allianz für Menschen mit Demenz angeboten werden, sind übrigens auch für andere Interessierte offen. Die Teilnahme kostet nichts, nur das gemeinsame Mittagessen muss selbst bezahlt werden. Den nächsten Termin gibt es und Anmeldungen sind möglich unter Tel. (05371) 6 18 00 59 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Quelle: Aller-Zeitung vom xx.08.2019
Text / Foto: Thorsten Behrens


 

Seniorendienst „Kümmern und So“ bildet weitere Laienhelfer aus – nächstes Seminar beginn am 22. August

Von Yvonne Droste.

Gifhorn. Sich um Menschen mit Demenz zu kümmern und ihren Angehörigen eine kurze Atempause im Pflegealltag zu verschaffen, dieser Aufgabe hat sich der Verein und Seniorendienst „Kümmern und So“ als lokale Allianz für Menschen mit Demenz verschrieben. Diese

Pause könnten die pflegenden Angehörigen nutzen, um in Ruhe zum Frisör zu gehen, mit Freunden einen Kaffee zu trinken oder Behördengänge zu erledigen. „Den Angehörigen wird Zeit geschenkt“, erklärt Antje Schmidt, die sich um das Antragswesen, die Finanzen und Buchhaltung des Vereins kümmert.

Eines dieser Zeit schenkenden Angebote findet direkt in den Räumen des Vereins im aus Braunschweiger Straße 137 statt. Jeden Dienstag und Mittwoch von 9 bis 13 Uhr kümmern sich hier zertifizierte Laienhelfer ehrenamtlich in einer eins-zu-eins-Betreuung um Menschen mit Demenz, versorgen sie mit Mittagessen und bieten zudem einen Fahrdienst an.

Die anderen Laienhelfer sind im Außeneinsatz. Sie betreuen Demenzerkrankte in deren häuslicher Umgebung, unternehmen mit ihnen Spaziergänge und andere aktivierende Tätigkeiten, „Wichtig ist, dass die Laienhelfer keine pflegerischen Aufgaben übernehmen“, sagt Elisabeth Kruse-Schraknepper. Das bedeute ebenso, dass sie keine Medikamente an die Demenzpatienten ausgeben dürften.

Elisabeth Kruse-Schraknepper ist seit 16 Jahren die Vorsitzende des Vereins „Kümmern und So“, Gründungsmitglied und Schulleiterin der Oskar-Kämmer-Altenpflegeschule in Gifhorn. Daher weiß sie sehr genau um die Grenzen der Laienhilfe und bietet zertifizierte Schulungen für an diesem Ehrenamt Interessierte an. „ Das sind 50 Stunden an zwölf Terminen inklusive eines Erste-Hilfe-Lehrgangs“, erklärt sie. Schulungsinhalte seien die entsprechenden Krankheitsbilder der Demenz, der rechtliche Rahmen in der Laienhilfe, Aktivierungsmöglichkeiten und der Umgang mit Erkrankten und Angehörigen.

Weil diese Aufgabe durchaus anspruchsvoll sei und mindestens zweier qualitätssichernder Schulungstage pro Jahr bedürfe, erhielten die Laienhelfer eine Aufwandsentschädigung, die zur Gänze aus der Pflegekasse gezahlt würde. „Pflegegrad eins besteht sofort ab der Diagnose Demenz“, so Antje Schmidt. Der Verein „Kümmern und So“ helfe bei der Antragstellung und auch bei der Vermittlung.

„Aktuell haben wir rund 50 Laienhelfer im Einsatz“, sagt Bärbel Welminski, die für deren Koordination und Schulung verantwortlich zeichnet. Wer Interesse habe, sich ebenfalls ehrenamtlich bei den Laienhelfern zu engagieren und ausbilden zu lassen, der melde sich bei ihr an.- Kurzentschlossene könnten noch am kommenden Donnerstag, 22. August, mit der Schulung beginnen. Ein weiterer Kurs startet in diesem Jahr am 5.Dezember.

Anmeldungen beim Seniorendienst „Kümmern und So“ unter Telefon (0 53 71) 6 18 00 59 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Weitergehende Informationen stehen im Internet auf www.kuemmern-und-so.de oder gibt es vor Ort in der Braunschweiger Straße 137, 38518 Gifhorn.


Quelle: Aller-Zeitung vom 20.08.2019
Text / Foto: Yvonne Droste


 

Viele Partner organisieren Ausstellung, Stadtspaziergang und Infos rund um die Krankheit


Woche der Demenz: Viele Akteure sind dabeiIm Landkreis Gifhorn erkranken immer mehr Menschen an Demenz, eine Krankheit, die große Herausforderung an Angehörige und die Gesellschaft stellt. Vom 15. bis 21. September gibt es deshalb eine große Aktionswoche.

Landkreis Gifhorn. Schon heute sind im Landkreis rund 3000 Menschen an Demenz erkrankt, nach Hochrechnungen wird sich die Zahl bis 2030 auf 4500 erhöhen. Das wollen Landrat Dr. Andreas Ebel und seine Mitarbeiter nun verstärkt in den Fokus nehmen. Ein breites Bündnis wird sich in der Woche der Demenz vom 15. bis 21. September mit verschiedenen Angeboten präsentieren. Ausstellungen, Stadtspaziergang und Podiumsdiskussion sind unter anderem Bestandteile der Aktionswoche. Auch Tagespflege-Einrichtungen öffnen ihre Pforten. Der Fokus liegt auf pflegenden Angehörigen

Im Mittelpunkt steht das Thema pflegende Angehörige. Premiere: Der Landkreis ist mit seinem Senioren- und Pflegestückpunkt mit den Partnern Alzheimer Gesellschaft und Seniorendienst Kümmern und so im Boot. Sie alle wollen Betroffenen, Angehörigen und Interessierten das Krankheitsbild Demenz zeigen, Besonderheiten erklären und vor allem darauf hinweisen, welche Entlastungsangebote es in der Region gibt.

Für Pflegende bedeutet Demenz je nach Schwere eine 24-Stunden-Betreuung. Ihnen Entlastung zu bieten, ist ein Anliegen, das Bruni Rieger von der Alzheimer Gesellschaft bei der Vorstellung des Programms ebenso betonte wie Bettina Welminski für das Angebot Kümmern und so. On in Selbsthilfegruppen oder Besuchen Zuhause – im Landkreis gibt es inzwischen eine Vielzahl an Anlaufstellen, die Entlastung und Beratung bieten.

Eine Hoffnung hat Bruni Rieger auch: Vielfach scheuten Menschen den Kontakt zu Dementen. Berührungsängste abzubauen, ist daher auch ein Anliegen der Organisatoren der Woche der Demenz. Das kann auch praktisch geschehen. Im Rahmen der Aktionstag gibt es die Möglichkeit, sich in die Wahrnehmung von Betroffenen hinein zu versetzen mittels einer Apparatur, die alles spiegelverzerrt zeigt. Dazu Olaf Heimburg, Fachbereichsleiter Soziales: „Das kann jeder ausprobieren.“
 
Das Programm der Woche der Demenz im Landkreis Gifhorn

Sonntag, 15. September 2019
10:00 Uhr: Ökumenischer Zeltgottesdienst im Christinenstift

Montag,16. September 2019
16:00 Uhr: Auftakt mit Infos und Ausstellung im Kreishaus II, Schlossplatz

Dienstag, 17. September 2019
10:00 Uhr: Stadtspaziergang, Treff am Mehrgenerationenhaus
(Anmeldung bei Kümmern und So unter Tel. 05371 – 6180059)
17 Uhr: Info zum Kurs Begleitung ins Anderland, Kino in der Seniorenresidenz
An den Meerwiesen in Groß Schwülper, Anmeldung unter Tel. 05303-9799911.

Mittwoch, 18. September 2019
16:00 Uhr: Podiumsdiskussion „Zwischen Belastung und Entlastung – Pflege im Gleichgewicht“,
Saal der Kreismusikschule, Freiherr-vom-Stein-Straße 24
16:00 Uhr: Vortrag Gerontopsychiatrische Veränderungen,
Kino in der Seniorenresidenz An den Meerwiesen in Groß Schwülper

Donnerstag, 19. September 2019
14:00 bis 17:30 Uhr: Ausflug mit der Alzheimergesellschaft ins Schulmuseum Steinhorst,
Gebühr: 5 Euro, Anmeldung Tel. 05371-895697 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
11:00 bis 14:00 Uhr: Helios Gifhorn öffnet die Gute Stube

Quelle: Aller-Zeitung vom 15.08.2019
Text / Foto: Andrea Posselt


 

Der Gifhorner Seniorendienst lädt regelmäßig zum Singen, Tanzen, Erzählen und Feiern.


2017 12 GR GruppenstundenVon Friederike Noske. Gifhorn. Dienstagsvormittags wird beim Seniorendienst Kümmern und So getanzt. Gruppenleiterin Annegret Posseyer gibt den Takt vor: Hacke, Spitze, Zeigefinger, Ringfinger - alles wird bewegt. Und laut mitgesungen, in letzter Zeit vor allem viele Weihnachtslieder.

Der Gifhorner Seniorendienst bietet dienstags und mittwochs Gruppenstunden an. Fünf bis sechs Teilnehmer folgen der Einladung regelmäßig, um zusammen zu singen, erzählen und - wie an diesem Dienstag - zu feiern.

„Wir freuen uns über jeden, der ehrenamtlich helfen oder sich fortbilden will.“

Antje Schmidt, Ansprechpartnerin beim Seniorendienst Kümmern und So.

Die Gruppenstunde beginnt mit einem lockeren Stuhlkreis - jeder hat seinen festen Platz - und einigen Mitmachliedern. Zwei bis drei Betreuerinnen sind mit dabei.

Insgesamt arbeiten rund 50 Helfer ehrenamtlich bei dem Verein. Sie haben vorher eine 50-stündige Ausbildung absolviert und sich unter anderem auch mit de Thema Demenz und dem Umgang mit Menschen beschäftigt, die körperlich eingeschränkt sind. „Wir freuen uns über jeden, der ehrenamtlich helfen will“, beteuert Ansprechpartnerin Antje Schmidt.

Nächstes Jahr feiert der Seniorendienst seinen 15. Geburtstag. Gruppenleiterin Posseyer ist von Anfang an mit dabei. Seit zehn Jahren leitet sie Seniorengruppen und ist mittlerweile Profi. „Es macht mir einfach sehr, sehr, sehr viel Freude. Es ist meine Berufung“, verrät sie. „Viele Gäste kommen regelmäßig, man lernt sich dabei sehr gut kennen. Aber es sind auch immer wieder neue Gesichter zu sehen.“

Während der Treffen versucht sie, zum Beispiel mit Sitztänze sowohl die motorischen als auch die kognitiven Fähigkeiten der Senioren zu fördern. „Das klappt sehr gut, sie lernen die Tänze ganz schnell auswendig", berichtet die Gruppenleiterin.

Die Senioren machen mit Begeisterung mit, „Alle haben immer viel Spaß bei den Gruppenstunden", freut sich Antje Schmidt. „Auch beim Bingo und Tischkegeln geht es hier rund. kann, dann kann man die Senioren dann durch das ganze Haus lachen hören.“

An diesem Dienstag gab es außerdem ein schallendes „O Tannenbaum“ zu hören, das die Senioren gemeinsam anstimmten.


Quelle: Gifhorner Rundschau vom 23. Dezember 2017
Text / Foto: Friederike Noske


 

20 ehrenamtlichen Laienhelferinnen des Seniorendienstes Kümmern und So e.V.
besuchten am 23. Januar 2017 den Deutschen Bundestag in Berlin.


Es war ein interessanter und informativer Tag in Berlin. Nachdem die Gruppe herzlich im Paul Löbe Haus mit einem kleinen Imbiss empfangen wurde, erhielt sie eine Führung und einen Vortrag über die Abläufe im Deutschen Bundestag.

Da die Gifhorner Bundestagsabgeordnete Frau Ingrid Pahlmann die Grüne Woche besuchen musste und die Teilnehmer deswegen nicht empfangen konnte, versprach sie den Seniorendienst Kümmern und So e.V. in ihrem Wahlkreis zu besuchen und die Austauschrunde nachzuholen.





Die Allianz für Menschen mit Demenz startet die erste betreute Radtour.


2016 09 GR RadtourVon Daniela Burucker. Ihr Ziel war der Tankumsee - und ihre betreute Radtour dorthin die Premiere für ein Projekt, das Menschen mit beginnender Demenz oder anderen Einschränkungen in Gesellschaft in Bewegung bringen will. Das neue Angebot der lokalen Allianz für Menschen mit Demenz wird vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) unterstützt. Treffpunkt für die erste Tour war ein Parkplatz am II. Koppelweg. Dass sich zum ersten Ausflug in gemächlichem Tempo und mit Pausen zum sieben Kilometer entfernten See deutlich mehr Bündnispartner als Betroffene und ihre Angehörigen versammelte hatten, wunderte Werner Herrmann von der kreisweiten Alzheimer Gesellschaft kaum. „Damit ist ein Anfang gemacht, der hoffentlich dafür sorgt, dass das Angebot künftig stärker genutzt wird.“

Dauerhaft mit im Boot will der ADFC sein. „Für mich ist das eine ganz neue Erfahrung", berichtet Club-Vertreter Wolfgang Harder. Dass er auch für Eventualitäten bestens gerüstet war, zeigte sich, als Hans Klickermann aus Gamsen mit einem Elektro-Fahrstuhl vorfuhr. Der 88-Jährige staunte nicht schlecht, als Harder an sein Gefährt einen Gliedermaßstab anlegte. „Ich muss schauen, ob er überall durchkommt", erklärte Harder. Das passte, und Klickermann freute sich auf den Ausflug.

Auf die Aktion war er durch seine Tochter aufmerksam geworden. „Sie hat mir einen Zettel mittgebracht“, berichtet der Senior. „Früher war ich öfter am See, jetzt ist mir das allein zu weit.“

Die Organisatoren möchten Menschen wie ihn aus ihren vier Wänden herausholen und in Bewegung bringen. „Bewegung sorgt auch dafür, dass die Alltagstauglichkeit erhalten bleibt", sagt Elisabeth Kruse-Schraknepper vom Seniorendienst Kümmern und So.

Wiederholt wird die Aktion schon bald.


Quelle: Gifhorner Rundschau vom 02. September 2016
Text / Foto: Daniela Burucker


 


Kreisrat Rolf Amelsberg begrüßte die Teilnehmer der Bewegungsgruppe und die zahlreichen GästeZum Abschluss der Aktionswoche der Lokalen Allianz für Menschen mit und ohne Demenz luden die Alzheimer Gesellschaft im Landkreis Gifhorn und der Seniorendienst Kümmern und So e.V. am 23. September 2016 zu einem Tag der offenen Tür der Bewegungsgruppe „Sich regen bringt Segen“ im Mehrgenerationenhaus ein.

Der Kreisrat für Jugend, Soziales und Gesundheit Herr Rolf Amelsberg begrüßte die Teilnehmer der Bewegungsgruppe und die zahlreichen Gäste.




Gifhorn: Die Alzheimer-Gesellschaft und die lokale Allianz bieten Hilfen und Beratung an.


Von Christian Franz.
Die lokale Allianz für Demenz und die Alzheimer-Gesellschaft Gifhorn werben für einen selbstverständlicheren Umgang mit der Krankheit, die immer mehr Menschen im Landkreis betrifft.

Es gibt zwei Schwerpunkte: Rechtzeitige Information, wo Angehörige nach der Diagnose Demenz für einen zumeist älteren Patienten materielle und organisatorische Unterstützung bekommen. Und Aufklärung, damit auch Demente möglichst lange unbeeinträchtigt am Lebensalltag teilnehmen können. Das ist auch Voraussetzung dafür, dass sie möglichst lange zu Hause bleiben können - was Priorität für praktisch alle Betroffenen hat.

Sozial-Kreisrat Rolf Amelsberg nannte bei einer Projektvorstellung mit Elisabeth Kruse-Schraknepper vom Betreuungsverein Kümmern und So als Koordinatorin der lokalen Allianz und WernerHerrmann von der Alzheimer-Gesellschaft ein Beispiel: „Wie gehen Geschäfte mit dementen Kunden um? Am besten ganz normal."

Kruse-Schraknepper, deren Allianz die 10 000 Euro des Gesundheitsministeriums für zwei Jahre im Sinne der Patienten zur Unterstützung ehrenamtlichen Engagements und zur Ausbildung von Laienhelfern einsetzt, sagt: „Es gibt bereits gute Angebote, sie müssen nur genutzt werden."

So gibt es in der Aktionswoche der lokalen Allianz einen Stadtspaziergang, ein Herbstfest und einen Tag der offenen Tür im Mehrgenerationenhaus. Bereits am Mittwoch, 31. August, begleitet der neue Kooperationspartner ADFC eine Radtour zum Tankumsee für Menschen mit beginnender Demenz.

Die Alzheimer-Gesellschaft lädt für den Welt-Alzheimertag am 18. September zu einem ökumenischen Gottesdienst in das Christinenstift ein.


Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 19. August 2016
Text / Foto: Daniela Burucker


 

Verein weitet Betreuungsangebot für Demenzkranke aus


(ust) Der Gifhorner Seniorendienst „Kümmern und So", der seit fünf Jahren die Betreuung von alters-verwirrten Menschen anbietet, weitet sein Angebot aus. Am 27. März startet ein weiterer Kursus, bei dem erneut ehrenamtliche Laienhelfer für Demenzkranke geschult werden sollen.

„Eine Million Menschen in Deutschland leiden an Demenz und werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt – dabei geraten die Angehörigen oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit“, sagt Elisabeth Kruse-Schraknepper, Vorsitzende des Seniorendienstes. Sie stellte das neue Kurangebot gestern gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Joachim Martini und Astrid Korte, Leiterin der Koordinierungsstelle der Alzheimer-Gesellschaft, vor.

2005 soll der Verein mit sieben Helferinnen und neun Betreuungen gestartet, 2006 habe der 43 Mitglieder zählende Verein mit zwölf Helferinnen bereits 16 Personen betreut. „Im Jahr 2007 kümmerten sich 22 Helferinnen um 30 Betreuungen“, hat Kruse-Schraknepper weitere Zahlen parat.

„Kümmern und So“ berate nicht nur pflegende Angehörige, sondern schaffe für Angehörige durch Gruppenbetreuung jeweils dienstags von 9 bis 13 Uhr einschließlich Mittagessen in der Braunschweiger Straße 137 auch Freiräume. „Wer unser niederschwelliges Angebot nutzt, der hat auch die Möglichkeit, Geld aus der Pflegekasse für diese zusätzlichen Betreuungsleistungen zu beantragen“, erläutert Astrid Korte.

Ein Info-Abend für den am Donnerstag, 27. März, beginnenden Helferinnen-Kursus findet am Donnerstag, 6. März, ab 19 Uhr in den Vereinsräumen in der Braunschweiger Straße 137 statt. Infos unter Tel. 05371-895697 oder ab März unter www.kuemmern-und-so.de.


Quelle: Aller-Zeitung vom 15.08.2019
Text: ust  |  Bild: Photowerk (mpu)


 

Lokales Bündnis in Gifhorn: Stadtspaziergang, Radtour und ein ökumenischer Gottesdienst sind geplant


GIFHORN.
An Demenz erkrankte Menschen möglichst lange fit und mobil halten: Das ist das Ziel der im Oktober 2015 gegründeten Lokalen Allianz für Demenz. Im Spätsommer gibt es jede Menge Aktionen. „Wir planen unsere erste Aktionswoche", sagt Elisabeth Kruse-Schraknepper vom Betreuungsverein Kümmern und so, die das Programm gemeinsam mit Manfred Hallmann vom Mehrgenerationenhaus Omnibus und Werner Herrmann von der Alzheimer-Gesellschaft vor stellte. Drei Highlights werde es geben: Einen Stadtspaziergang am Dienstag, 20. September, ab 10.30 Uhr (Treffpunkt Mehrgenerationenhaus), ein Herbstfest mit Tanz am Donnerstag, 22. September, von 15 bis 17.30 Uhr bei der Awo an der Braunschweiger Straße 137 und einen Tag der offenen Tür am Freitag, 23. September; bei der Bewegungsgruppe von 10 bis 12 Uhr im Mehrgenerationenhaus. „Diese Gruppe trifft sich 14-tägig, und sie wird gut angenommen. "

„Diese Woche ist uns wichtig. Wir wollen Demenz nicht im stillen Kämmerlein betreuen", so Kruse-Schraknepper. Doch es gibt noch mehr Veranstaltungen: Etwa eine Radtour für Menschen mit einer beginnenden Demenz, in Kooperation mit dem Gifhorner ADFC. Diese Tour startet am 31. August um 15 Uhr zum Tankumsee, Anmeldungen sind bei Kümmern und so möglich.

Am 18. September gibt es einen ökumenischen Gottesdienst am Christinenstift. Im Oktober startet eine Vortragsreihe, die bis April nächsten Jahres laufen wird. rtm


Quelle: Aller-Zeitung vom 15.08.2019
Text: rtm


 

Aktionswoche mit Spaziergang und Sitztanz
Lokale Allianz für Demenz in Gifhorn stellt sich vor

GIFHORN. Die Lokale Allianz für Demenz ist da, wenn man sie braucht: Mit einer Aktiwoche hat das Gifhorner
Bündnis jetzt auf seine Angebote für Betroffene und Angehörig aufmerksam gemacht.
Ökumenischer Gottesdienst am Sonntag, Stadtspazierganz am Dienstag, Herbstfest am Donnerstag und gestern
nun der Tag der offenen Tür bei der Bewegungsgruppe Sich regen bringt Segen im Mehrgenerationenhaus Omnubus im Georgshof:
Marlies Dux und Antje Schmidt vom Verein Kümmern und so, der zu den Aktionspartnern gehört, zogen eine positive Bilanz.

Am Dienstag seien 30 Interessierte durch die Stadt gegangen - "die älteste Teilnehmerin war 96, das ging fabelhaft", so Dux -, beim Herbstfest waren 40 dabei. Darunter neue Gesichter: Zwei Ehepaare habe man dazugewonnen.
Bei der Schnupperstunde gestern im Georgshof präsentierte Sich regen bringt Segen einen Sitztanz zum Thema Herbst.

Wir versuchen, die Menschen zu animieren, sich zu bewegen", sagt Schmidt. Das sollen die Betroffenen möglichst in einer Gruppe, um unter Leute zu kommen. Die Aktionswoche diente dazu, "auf uns aufmerksam zu machen". Von allem Angehörige von Demenzerkrankten will die Lokale Allianz für Demenz ansprechen, sagt Dux. Sie sieht diese Woche als Anstoß für Mundpropaganda an.

Sitztanz und mehr: Die Lokale Allianz für Demenz in Gifhorn zeigte Interessierte eine Woche lang,  mit welchen Angeboten sie Betroffenen und Angehörigen helfen kann.


Quelle: Aller Zeitung | Veröffentlicht 20.09.2016
Foto: Sebastian Preuss


 

Stadtspaziergang der Lokalen Allianz für  Menschen mit und ohne Demenz Am 20. September 2016 luden die Alzheimer Gesellschaft im Landkreis Gifhorn und der Seniorendienst Kümmern und So e.V. ein zu einem geführten Stadtspaziergang im Rahmen der Aktionswoche der Lokalen Allianz für Menschen mit und ohne Demenz.



Gifhorn: „Kümmern und so" startet ein Bewegungsprojekt für Menschen mit Demenz.


2015 11 BZ BewegungsprojektVon Anja Alisch. Die lokale Allianz für Demenz und die Alzheimer-Gesellschaft Gifhorn werben für einen selbstverständlicheren Umgang mit der Krankheit, die immer mehr Menschen im Landkreis betrifft.

Auftakt für die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz: Der Seniorendienst „Kümmern und so" startet unter dem Motto „Sich regen bringt Segen" eine Bewegungsgruppe für Menschen mit und ohne Demenz. Regionale Partner sind der Landkreis, das Mehrgenerationenhaus Omnibus und die Alzheimer-Gesellschaft.

Die Lokale Allianz ist ein Projekt des Bundesfamilienministeriums. Bis Ende 2016 sollen 500 solcher Netzwerke installiert sein. „Wir sind Nummer 391", erläutert Elisabeth Kruse-Schraknepper von „Kümmern und So", die gemeinsam mit Astrid Korte von der Alzheimer-Gesellschaft in Berlin informierte und das Bewerbungsverfahren managte. Durch die Aufnahme stehen für zwei Jahre 10 000 Euro für die Arbeit mit Demenzkranken zur Verfügung.

Zunächst geht es um Bewegungsfähigkeit und darum, über Übungen zur Motorik auch das Gehirn zu aktivieren. Dies übernehmen speziell ausgebildete Übungsleiter, die von Laienhelfern unterstützt werden. „Wichtig ist das, um die Alltagsqualität zu erhalten", sagt Kruse-Schraknepper. „Und Ehepartner können vielleicht ein gemeinsames Hobby entdecken." Eingesetzt wird auch die ganzheitliche MAKS-Therapie (Motorische, Alltagspraktische, Kognitive und Spirituelle Aktivierung).

Die Treffen der Gruppe sollen im Omnibus-Haus im Georgshof stattfinden. Manfred Hallmann: „Wir decken damit den wichtigen Bereich Alter und Pflege ab und holen Menschen in die Gemeinschaft." Er könnte sich sogar ein Komplettpaket vorstellen: „Der Pflegestützpunkt könnte in unseren Räumen beraten, Angehörige eine Selbsthilfegruppe starten. Und wir bieten rundum langfristig auch Angebote wie Porzellanmalen und Singen an." Mit Blick auf die Parkplatzsituation im Georgshof wird auch ein Fahrdienst angedacht.


Quelle: Braunschweiger Zeitung vom 09. Oktober 2015
Text / Foto: Anja Alisch


 

Seniorendienst „Kümmern und So" bietet neuen Ausbildungskurs an - Ehrenamtliche entlasten Angehörige


Von Dieter Prüschenk. Gifhorn. „Jetzt kann ich auch mal eine Stunde weggehen", freut sich Joachim Martini, Vorstandsmitglied von „Kümmern und So". „Wenn die Laienhelferin bei meiner an Demenz erkrankten Frau ist, kann ich in Ruhe Besorgungen machen."

Der Seniorendienst bietet ab März einen neuen Ausbildungskurs für ehrenamtliche Betreuer an. „In den fünf Jahren seit der Gründung unse­res Vereins haben wir rund 50 Laienhelfer ausgebildet'', erklärte gestern in einem Pressegespräch Elisabeth Kruse-Schraknepper, Vorsitzende des Gifhorner Seniorendienstes “Kümmern und So“. „Und wir freuen uns, ab 27. März einen weiteren Ausbildungskurs anbieten zu können.“

Die ehrenamtlichen Laienhelfer werden von Experten auf dem Gebiet der Demenz-Krankheiten ausgebildet. „In den 60 Kursstunden erfahren die Laien mehr über die Krankheiten und sie lernen. mit den kranken Menschen umzugehen", ergänzte Kruse-Schraknepper. Darüber hinaus werde die Kommunikation mit den Demenzkranken eingeübt und ein „Erste-Hilfe-Kurs" organisiert.

Im Wesentlichen erstreckt sich der Einsatz unserer Laienhelfer auf Hausbesuche", fügt die Vorsitzende hinzu. Und (Koordinatorin Astrid Korte von der Alzheimer Gesellschaft ergänzt: „Aufgabe ist nicht die Pflege der Kranken, sondern eine gewisse Zeit der Betreuung in ihrem gewohnten Umfeld.“ Da seien ebenso Spiele angesagt wie Singen, Alben anschauen oder alltägliche Arbeiten des Haushalts wie etwa Kartoffeln schälen.

„Neben den Hausbesuchen wird auch eine Gruppenbetreuung angeboten", sagte Kruse-Schraknepper. Die findet dienstags von 9 bis 13 Uhr statt und wird mit einem Mittagessen, an dem Kranke und Angehörige teilnehmen, abgeschlossen.“

Sowohl die Vorsitzende als auch Korte und Martini wollen Angehörigen von Demenzerkrankten Mut machen, die Angebote von „Kümmern und So" anzunehmen. .Es besteht leider immer noch eine gewisse Hemmschwelle bei den Mitbetroffenen. wenn ein Angehöriger an einer Demenzkrankheit leidet", weiß Kruse-Schraknepper.


Quelle: Gifhorner Rundschau vom 29. Februar 2008
Text / Foto: Dieter Prüschenk


 

Seniorenhilfeverein „Kümmern und So" bildet Laienhelfer aus

2007 11 AZ Laienhelfer(smü) „Wir wollen für Entlastung der Angehörigen sorgen." So begründet Elisabeth Kruse-Schraknepper die vierte Schulung, die der Seniorenhilfeverein „Kümmern und So" jetzt angeboten hatte. In dem 6O-stündigen Kursus wurden Laien zu qualifizierten Helfern ausgebildet.

Die Vorsitzende Kruse-Schraknepper schulte gemeinsam mit Ramona Grau und Martina Hoffmann-Gerdts eine Gruppe von neun angehenden Helfern, die sich um an Demenz erkrankte Patienten kümmern werden. „Sieben haben mit Zertifikat abgeschlossen und gehören jetzt zu unserem mehr als 30-köpfigen Helfer-Team“, berichtete die Vorsitzende. Der Kursus beinhalte theoretischen Unterricht, eine 20-stündige Hospitation und einen Ersten-Hilfe-Lehrgang. „Diesmal sind sogar zwei Männer dabei", freute sich die Vorsitzende.

„Im Vorfeld werden die Interessen des Patienten analysiert, um den geeigneten Helfer zu finden", so Kruse-Schraknepper. Es sei wichtig, dass die Dementen einen Helfer haben, mit dem sie über ihre Vergangenheit reden könnten. Die 40- bis 65-jährigen Helfer der Gruppe stammen aus unterschiedlichen Berufszweigen. Die Einzelbetreuung könne dann je nach Bedarf zu Hause erfolgen. Im nächsten Jahr sei eine weitere Schulung geplant. Unter Tel. 05371­895697 können sich Betroffene oder Interessierte melden.

Immer dienstags von 14.30 bis 17.30 findet die Gruppenbetreuung in der Oskar-Kümmer-Schule, Braunschweiger Str. 137, statt. Diese Gruppenbetreuung werde in einem Raum vorgenommen, der mit vielen Gegenstände aus der Vergangenheit ausgestattet sei. Kruse-Schraknepper: „Die Betroffenen sollen eine Art Zuhause aufbauen mit vielen alten Erinnerungsstücken."


Quelle: Aller-Zeitung vom 21.11.2007
Text: (smü)  |  Bild: Photowerk (mpu) 


 

2007 09 AZ KunstprojektProjekt von Rom-Art Galerie, GWG und Verein Kümmern und so

(fi) Kunst kann den Besitzer erfreuen und den Betrachter entzücken. Mit Kunst kann aber auch geholfen werden. Davon überzeugt sind Hans-Joachim Grove, Andreas Otto und Elisabeth Kruse-Schraknepper.
Andreas Otto, Geschäftsführer der Githorner Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG) hat dem Rom-Art-Galerie-Betreiber Hans Joachim Grove mehrfach die GWG-Räumlichkeiten für Kunstausstellungen zur Verfügung gestellt. Grove unterstützt mit seiner Stiftung „Art for Help" in acht Städten der Region soziale Projekte unterschiedlichster Art. Dafür haben Künstler treffende Kunstpostkarten entworfen, die gedruckt und verkauft werden. Für Gifhorn Peter Matzat und jetzt auch Gisela Salverius.

Gisela Salverius hat mit ihrem Bild „Vollmond über Gifhorn" ein farbenprächtiges, geradezu fröhliches Kunstwerk geschaffen. Davon wurden zauberhafte Kunstblätter mit Rahmen und Post­karten angefertigt. Diese sind anzusehen in der (TWG, Alter Postweg, die auch die Vermittlung unter Tel. 05371-98980, übernimmt. Das Kunstwerk kostet 180 Euro, wovon 40 Euro als Spende weitergegeben werden. Ebenso ist das mit den Kunstpostkarten für 1,50 Euro.

Dieser Erlös wird dem Verein „Kümmern und so", Tel. 05371-895697, zur Verfügung gestellt, der sich um an Demenz Erkrankte und deren Angehörige kümmert. „Darin sehen auch wir eine sinnvolle erweiterungsfähige Ergänzung zu unserem Wohnungsangebot", erklärt Andreas Otto. Elisabeth Kruse-Schraknepper sieht hier ein großes Kooperationspotenzial zum Wohle alter Menschen.


Quelle: Aller-Zeitung vom 22.09.2007
Bild: Photowerk (mpu)  |  Text: (fi)


 

Neue Kraft für Alzheimer Gesellschaft und Seniorendienst ermöglicht mehr Beratungszeiten - Nachfrage steigt

2006 05 Bericht AHG KuSVon Katja Kersting. GIFHORN. Seit einem Jahr gibt es das Beratungsbüro der Alzheimer Gesellschaft im Landkreis Gifhorn. Seitdem steigt die Nachfrage nach qualifizierter und individueller Hilfe für pflegende Angehörige immer weiter an. Der Verein hat reagiert und hat gemeinsam mit dem Seniorendienst „Kümmern und So" eine Sozialpädagogin hauptamtlich angestellt.

12 Stunden in der Woche berät Ra­mona Grau ab sofort Betroffene und deren Angehörige ganz individuell, ja nach Problem, bietet eine Betreu­ungsgruppe an, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit der beiden Vereine. „Ich möchte die Informationen in die Welt tragen, auf niedrigschwellige Angebote, die den Angehörigen zustehen, hinweisen", sagt Ramona Grau.

Gymnastik, Singen, spazieren gehen, Gespräche - all das könne helfen. „Angehörige gehen an ihre Grenzen, sie zu entlasten ist mir besonders wichtig", so Grau. Jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr gibt es ein Gruppentreffen für Demenzkranke mit Ergotherapeutin und Laienhelfern. Die Angehörigen hätten dann einmal Zeit für sich.

106 pflegende Angehörige nahmen die Beratungsstelle zwischen Mai und Dezember 2005 in Anspruch, in diesem Jahr sei die Tendenz steigend. „Der Hilfebedarf ist anders geworden, und auch der Um­gang mit der Krankheit der Angehörigen ist offener geworden", hat Karl Steding, stellvertretender Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft, beobachtet. Um individuell zu beraten und pflegerisch zu unterstützen haben sich die beiden Vereine zusammengetan. „Wir können so mehr

leisten und das auch besser dokumentieren, um vielleicht doch staatliche Förderung zu bekommen", sagt Elisabeth Kruse-Schraknepper, Vorsitzende beim Seniorendienst. Und Hannelore Demski, Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft, fügt hinzu: „Wir wollen die Schwelle überwinden, die viele Angehörige dabei haben, Hilfe anzunehmen und Kranke in andere Hände zu geben."


Quelle: Zeitung vom 16.05.2006
Bild / Text: Katja Kersting


 

Vereine professionalisieren Hilfsangebot für Demenzkranke und Angehörige

Bericht Hilfsangebote(akö) Obwohl im Landkreis etwa 2000 Betroffene leben, ist über Demenz wenig bekannt. Gemeinsam besser informieren wollen die Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Gifhorn und der Seniorenverein Kümmern und so. Gestern stellten sie ihre neue gemeinsame Beraterin vor.

„Die Hemmschwelle ist noch ziemlich groß", erzählt Sozialpädagogin Ramona Grau, die bereits im Mai den Beratungsstuhl von der Ehrenamtlerin Beate Nowak übernommen hatte. Gerade im ländlichen Bereich sei der Nachholbedarf groß. Viele Angehörige scheuen sich davor, Hilfe anzunehmen.

„Die Kraft reicht aber nicht unendlich", weiß die Beraterin aus Gesprächen. Je eher seelische und körperliche Belastungen abgefedert würden, desto besser. Wenn der Damm erst einmal gebrochen ist dauern die Telefonate nicht selten „30 Minuten bis 1,5 Stunden".

Der Informationsbedarf reicht von Diagnostik und Krankheitsverlauf über finanzielle Aspekte bis zu Therapien und personelle Unterstützung. Die Vereine bieten außer einem Hausservice auch dienstags von 15 bis 17 Uhr eine offene Gruppe für Demenzkranke an.

„Für die .Angehörigen bedeuten einige Stunden Entlastung schon einem Mini-Urlaub", sagt Dr. Hannelore Demksi, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft. Die Kosten von 16 Euro pro Sitzung übernehmen bei Versicherten die Kasse. Ab Herbst ist auch im Nordkreis ein Gruppenangebot geplant.

Wegen der steigenden Lebenserwartung rechnen Experten künftig mit mehr Demenzkranken. Liegt das Risiko mit 60 Jahren noch hei vier Prozent, sind bei über 80 Jährigen schon 20 Prozent betroffen, weiß Vorsitzende Elisabeth Kruse-Schraknepper von Kümmern und So.


Quelle: Zeitung
Text: akö


 

Schulterschluss für eine bessere Beratung

Gifhorner Kurier KooperationGIFHORN. Der Bedarf an Beratung und Pflege für Demenzkranke und deren Angehörige steigt deutlich. Um dem zu begegnen, arbeiten die Alzheimer Gesellschaft und der Seniorendienst „Kümmern und So“ nun enger zusammen.

Angestrebtes Ziel der beiden gemeinnützigen Vereine ist eine enge Vernetzung von möglichst vielen Pflegediensten und Beratungsstellen im Bereich der Altersdemenz. Zum einen sollen Betroffene durch eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Pflegeeinrichtungen gezielt und ortsnah vermittelt werden. Im Gegenzug erhalten die vermittelnden Stellen Informationen darüber, wie sich die Betreuung weiter entwickelt.

Ein anderer Aspekt ist das liebe Geld. Ehrenamtliche Vereine wie die beiden neuen Kooperationspartner können sich Angestellte meist nicht leisten. Gemeinsam sieht das schon anders aus: Durch den Zusammenschluss wurde es den Vereinen möglich, eine Teilzeitstelle für die Beratung zu finanzieren: Sozialpädagogin Ramona Grau steht ab sofort Demenzkranken und deren Angehörigen telefonisch zur Verfügung. Darüber hinaus können individuelle Termine auch per E-Mail vereinbart werden.

Bislang gab es nur einen wöchentlichen Beratungstermin. Graus Stelle ist Ausdruck der Kooperation, denn sie arbeitet zwölf Stunden wöchentlich für beide Einrichtungen.

Da für die Dementenpflege kaum Mittel aus dem Staatssäckel zu erwarten sind, die Situation für Demente und ihre Angehörigen künftig aber trotzdem weiter verbessert werden kann, bittet die Alzheimer Gesellschaft e.V. um Spenden.


Quelle: Gifhorner Kurier
Bild / Text: Kühlmeyer